Wie StickTo Berufsorientierung, KI und Gamification vereint
1. Das Konzept: „Tinder“ für die Jobsuche
Der Kern der App ist so simpel wie genial. Anstatt sich durch lange Bleiwüsten zu lesen, bekommen Schülerinnen und Schüler Berufe auf sogenannten „Jobkarten“ präsentiert. Das Prinzip ist von Dating-Apps bekannt:
- Swipe nach rechts: Der Beruf ist spannend und wird gespeichert.
- Swipe nach links: Der Beruf ist uninteressant, weiter zum nächsten.
Daten statt Textwüsten Jede Karte liefert innerhalb von etwa 10 Sekunden die wichtigsten Fakten zu einem Beruf. Dazu gehören typische Tagesabläufe, Gehaltsaussichten und Voraussetzungen für Ausbildung oder Studium. Insgesamt deckt die App über 1.300 anerkannte Berufe in Deutschland ab.
2. Das Herzstück: KI-gestützter Dialog mit dem Traumjob
Die wohl innovativste Neuerung bei StickTo ist der KI-Job-Chat. Das Team hat ein eigenes, in Deutschland gehostetes Sprachmodell entwickelt, das Berufsorientierung interaktiv macht.
- Chatten mit dem Beruf: Jugendliche können direkt mit einer Jobkarte interagieren. Die KI weiß genau, welcher Beruf gerade angezeigt wird, und beantwortet spezifische Fragen wie: „Muss ich gut in Mathe sein?“ oder „Wie sehen meine Arbeitszeiten aus?“.
- Kontextbezogene Antworten: Mitgründer Julian Risse betont, dass die KI präzise Antworten liefert, weil sie den Kontext kennt und speziell auf die Bedürfnisse von Jugendlichen zugeschnitten ist.
- Datenschutz: Da das Modell selbst entwickelt und gehostet wird, erfolgt die Nutzung datensicher.
3. Selbsterkenntnis durch Gamification
StickTo ist mehr als nur eine Datenbank; es ist ein Werkzeug zur Selbstreflexion. Durch das spielerische Swipen (Gamification) lernt der Algorithmus im Hintergrund mit.
Die App analysiert das Entscheidungsverhalten der Nutzer und erstellt daraus ein persönliches Interessenprofil5. Dies hilft den Jugendlichen, ihre eigenen Stärken zu erkennen und Klarheit über ihre Zukunft zu gewinnen – oft entdecken sie dabei Berufe, nach denen sie gar nicht aktiv gesucht hätten.
4. Die Brücke in die Praxis: Regionale Unternehmen finden
Der Übergang von der Theorie zur Praxis ist oft die größte Hürde. StickTo löst dies durch „Unternehmenskarten“, die zwischen den normalen Jobkarten auftauchen.
- Lokales Matching: Basierend auf dem Swipe-Verhalten und dem Standort werden den Schülern passende Ausbildungsbetriebe in ihrer direkten Umgebung angezeigt6.
- Niederschwelliger Kontakt: Die Hemschwelle für eine Kontaktaufnahme wird massiv gesenkt. Jugendliche können Unternehmen anonym Fragen stellen, ohne sofortigen Bewerbungsdruck zu spüren7.
- Sofortbewerbung: Wenn es funkt, ist eine Bewerbung direkt über die App möglich – einfach und ohne komplizierte.
5. Warum Unternehmen auf StickTo setzen (sollten)
Für Arbeitgeber bietet die App einen direkten Draht zur Zielgruppe ohne Streuverluste. StickTo positioniert sich hier klar als moderne und kosteneffiziente Alternative zu klassischen Recruiting-Wegen.
Ein direkter Vergleich verdeutlicht das Potenzial:
- Klassische Messe: Ein einziger Messetag kostet oft ca. 3.000 € und erreicht etwa 600 Kontakte.
- • StickTo: Für eine Jahresgebühr ab 1.200 € ist ein Unternehmen 365 Tage präsent und erreicht potenziell über 10.000 Kontakte aus der Zielgruppe.
Zudem können engagierte Unternehmen ein „Partner-Badge“ erhalten, das ihre Sichtbarkeit bei den jungen Talenten erhöht und sie als modernen Arbeitgeber ausweist.
6. Wer steckt dahinter?
Hinter StickTo steht kein anonymer Großkonzern, sondern ein achtköpfiges Team junger Gründer, die das Problem der Orientierungslosigkeit aus eigener Erfahrung kennen. „Erst vor ein paar Jahren standen wir alle noch vor der Frage: Was tun nach dem Schulabschluss?“, erklärt das Team auf seiner Webseite.
Unterstützt werden sie mittlerweile von namhaften Partnern wie der Europäischen Union, dem Land Schleswig-Holstein, sowie Netzwerken wie dem BVMW und BDS.
Fazit: Ein Swipe in die richtige Richtung
Die Zahlen sprechen für sich: Über 50.000 Nutzerinnen und Nutzer und mehr als 8,3 Millionen getätigte Swipes zeigen, dass StickTo den Nerv der Zeit trifft2. Die App verwandelt den oft frustrierenden Prozess der Berufswahl in ein spielerisches Erlebnis, das Jugendlichen die Angst vor der Zukunft nimmt und Unternehmen hilft, die Fachkräfte von morgen dort abzuholen, wo sie sind: am Smartphone.



